Sonntag, 24. Mai 2009

Wie denkt ihr über Werbung?

Werbung ist ein Thema was mich immer wieder beschäftigt und nachdenken lässt, sowohl beruflich als auch privat.
Aktuell ist es der neue TV-Spot von Rama. Ich finde es gut, dass Rama jetzt auch Bio-Produkte im Sortiment hat, aber meiner Meinung nach sollten sie einfach ihre ganze Produktlinie auf bio umstellen. Ich achte eigentlich auch erst darauf welche Inhaltsstoffe meine Lebensmittel enthalten, seitdem mir meine Freundin den Anstoss dazu gegeben hat. Zuvor hat mir auch die alte Rama ohne das Bio-Siegel geschmeckt.

Worauf ich aber eigentlich hinaus möchte ist, dass uns hier die Werbung mal wieder mit vermeindlichen guten Absichten die Kohle aus der Tasche ziehen will.
Na klar, wissen wir doch schon, ist ja auch Sinn und Zweck von Werbekampangnen. Doch mein Anliegen in diesem Fall sind die Methoden die hier angewandt werden, wie penetrant man wieder versucht unseren Verstand zu manipulieren, um in uns den Kaufzwang zu wecken.

In dem neuen Werbespot von Rama sieht man ein Kind vor einen riesen Berg Haselnüssen sitzen. Der Spot soll uns suggerieren, dass wir unseren Bedarf an Nährstoffen nur decken können, indem wir einen ganzen Berg Haselnüsse verdrücken oder unseren lebenswichtigen Tagesbedarf an Mineralien durch die neue Rama stillen. So ein Blödsinn!

Wie denkt ihr darüber? Fallen euch ähnliche Spots ein die uns für dumm verkaufen wollen?

Den aktuellen Spot kann man übrigens auf der Homepage von Rama anschauen.


1 Kommentar:

  1. Hier der Link zu dem Ramaspot, den ich gleich auch anhand einiger Zahlen entkräften möchte:

    http://rama.de/Home/%C3%9CberRama/TVSpots/Picnic/tabid/3470/Default.aspx

    Der Spot suggeriert, dass man seinen Tagesbedarf an gesunden Fettsäuren nur decken kann, wenn man sich täglich Rama aufs Brot schmiert. Die Alternative, die uns der Spot aufzeigt, ist wahlweise einen Berg Nüsse, Avocados, Eier oder Fisch zu essen, was dem Betrachter als eindeutig unattraktivere Möglichkeit erscheint.

    Ich habe mal ein paar Zahlen und Fakten zu diesem Thema recherchiert, um deutlich zu machen, wie schwachsinnig diese Darstellung ist.

    Der Tagesbedarf eines Menschen an Fett beträgt ausgehend von einer Ernährung von 2000 Kalorien 70g pro Tag. Eine Portion (10g) Rama enthält 7g Fett. Das heißt um seinen Bedarf an Fett zu decken müsste man 100 g Rama am Tag zu sich nehmen. Das ist ganz schön viel oder? 100g Nüsse (z.B. Haselnüsse) haben 61,6 g Fett, isst man dazu noch 1-2 Eier mit insgesamt 11,3 g Fett hat man seinen Tagesbedarf gedeckt.

    Ich glaube den meisten Leuten geht es ähnlich wie mir; ich esse lieber eine handvoll Nüsse anstelle von 100g Rama.

    Die Liste lässt sich noch beliebig fortführen: 1 Avocado (200g = 47 g Fett) und ein Stück Lachs (200 g = 30g Fett) decken den Tagesbedarf an Fett ebenso. Wer keinen Fisch mag, trinkt 2 Gläser Milch (400 g = 15 g Fett) oder isst ein Stück Huhn (150 g =15g Fett). Wie gesagt, die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

    Ganz nebenbei hier einmal die Inhaltsstoffe einer handelsüblichen Rama:

    44% pflanzliches Öl, pflanzliches Fett, Wasser, Sauermolke, Speisesalz (0,3%), Emulgatoren (Lectihine, Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren), Konservierungsstoff Kaliumsorbat, Vitamine (E, A und D), Säuerungsmittel Citronensäure, Aroma, Farbstoff Carotin

    Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich persönlich stehe nicht wirklich auf Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Aromen und Co. Dann doch lieber ein Naturprodukt!

    Davon mal abgesehen, was bringt diese Werbung dem Konsumenten bei? Rama verfolgt das Ziel, ein Bild in den Köpfen der Menschen zu verankern, das ihnen suggeriert, dass gesunde Ernährung eigentlich nicht machbar ist, da sie zu schwierig und aufwendig ist. Doch dann kommt der Retter in der Not in der Form einer 250g Rama-Packung. Liebe Konsumenten, machen Sie sich keine Sorgen um ihre Ernährung, wir übernehmen das ab jetzt für sie. Schmieren sie sich täglich Rama auf die Stulle, dann wird alles gut. Versprochen!

    Ich lasse mich jedenfalls nicht von der Marketingmasche der Lebensmittelindustrie einlullen und ich hoffe, dass ich mit Beiträgen wie diesen noch ein paar Menschen mehr dazu bewegen kann, zu hinterfragen, was die Lebensmittelindustrie ihnen da auf den Teller legt.

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